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Geschichte


Vor ca. 15.000 Jahren bedeckte eine gut 300 m hohe Eisschicht ganz Europa. Als das Eis zu schmelzen begann, entstanden durch die Reibungen Vertiefungen, die sich mit dem Schmelzwasser füllten und Flüsse, Seen und... Inseln entstehen ließen. So entstanden die britische und die irische Insel.

Die ersten Menschen lebten auf irischen Boden um ca. 8.000 v. Ch. Es wurde Beweise dafür im Landesinnern in den Regionen Londonderry, Offaly, Sligo und Antrim gefunden. Zur Mittelsteinzeit lebten diese Menschen an den Küsten, denn das kahle Landesinnere gab ihnen weder Schutz noch Nahrung.

In der Jungsteinzeit wurde dann schon der erste Ackerbau betrieben, wahrscheinlich durch den Einfluß von außen Kommenden. Diese brachten auch Tiere wie Schafe, Ziegen und Hirsche mit auf die Insel. Doch am eindrucksvollsten sind die Ganggräber aus dieser Zeit wie z. B. die in Newgrange und Loughcrew, 3.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung.

In der Bronzezeit wurden die ersten Metalle verarbeitet, unter ihnen Gold. Nirgendwo wurde soviel Goldschmuck hergestellt wie hier und in ganz Europa verbreitet, was auf regen Handel schliessen läßt.

Die ersten Kelten kamen in der Eisenzeit aus dem heute spanischen Bereich und brachten die keltische Sprache und Kultur auf die Insel. Das römische Imperium kam nie auf die Insel, aber reisende Iren brachten trotz allem die römische Kultur und auch Waffenkunst nach Irland. Die genaue Beziehung der beiden Kulturen ist jedoch nach wie vor ungeklärt. Um 200 n. Ch. begann die Zeit der Hochkönige, die sich mit wenigen, gebildeten Kriegern und Landsleuten umgaben, wahrscheinlich von Druiden ausgebildet.

Es gibt erste Belege einer historischen Figur in Irland von 431 v. Ch. Niall Noigiallach war ein Hochkönig in Tara, mitten im Herzen der heutigen Region Meath. Unter seiner Herrschaft wurde der König von Ulster besiegt und das Land dem Hochkönig untergeordnet. Das darauf folgende Jahr ist die 'offizielle' Ankunft des Heiligen Patricks. Mit ihm hielt das Christentum unaufhaltsam Einzug in das Land und verlor langsam den Glauben, der durch die Druiden geführt wurde. Mitte des 6. Jahrhunderts, bedingt durch starken Klimawechsel, kamen Hungersnöte auf und die Mönche hatten 'leichtes Spiel', den Druiden vollkommen das 'Zepter' aus der Hand zu nehmen. Die Ära der Druiden war beendet. In dieser Zeit entstanden viele Schriften, Legenden und Sagen der Iren wurden teils festgehalten und eines der schönsten Manuskripte entstand: das 'book of Kells'.

Die erste englische Invasion kam um 684 n. Ch., blieb aber ein einmaliger Raubzug mit Gefangenen und 500 Jahre vergingen bevor die Engländer wieder ihre Schiffe nach Irland schickten. Dieses Mal allerdings wurde der Aufenthalt etwas länger, wie man weiss.

Um 800 kamen jedoch die Wikinger aus Norwegen, die massive Angriffe und Plünderungen in Irland vollzogen. Besonders in Küstenregionen und die reichen Kloster. Sie siedelten sich in kleinen Gruppen im Süd-Osten an der Küste an und verlagerten so ihre Raubzüge auf das Landesinnere. Die heutige Stadt Dublin ist auf so einer Ansiedlung entstanden. Um 980 wurden sie in Tara jedoch empfindlich geschlagen durch den Hochkönig Màell Sechnaill mac Domnaill.

Durch das komplizierte Regierungssystem von einem Hochkönig, Unterkönigen und nochmaligen Königen, war das Land oft nicht vereint als im 12. Jahrhundert die Normannen Einzug hielten. Der König von Leinster Diamait MacMuchada brachte die Normannen nach Irland, um sein Territorium zurück zu erobern, was ihm einst der Hochkönig weg nahm. Nach kurzer Zeit hatte er mehr als zuvor unter seiner Herrschaft und erteilte dem Ritter und Schwiegersohn Richard de Clare die Herrschaft über Dublin und Waterford. Dies 'passte' aber dem englischen König Heinrich II nicht und er wurde so zum ersten englischen König auf irischen Boden. Er ernannte seinen jüngsten Sohn John zum König von Irland, der jedoch später die Herrschaft Englands antrat und so Irland unter englische Macht brachte.

Unter der Herrschaft von König John breiteten sich die Normannen auf der gesamten Insel aus, bauten Burgen und Wachtürme entlang der Küste, den Flüssen und im Landesinnern. Es gab mehrere Grafschaften, die jedoch oftmals in den kommenden Generationen unter den Nachkommen geteilt wurden und so an Stärke verloren. Fineen Mac Carthy schlug mehrere Grafen in der Schlacht von Callaan und brachte so 'den Stein ins Rollen'. Weitere Landbesitzer kämpften um ihr Land und nahmen langsam wieder die Kontrolle über ihr Land.

Mit der Pest von 1348 endete endgültig die Normannenzeit, denn diese wurden sehr viel empfindlicher getroffen, dadurch dass sie in großen Ansiedlungen lebten und nicht wie die meisten Iren auf dem Lande weit verstreut.

Während nur ein kleiner Teil England treu blieb, proklamierten sich viele normannisch-irische Grafen zu Irland gehörend und herrschten als die 'old english'. Als Heinrich VIII um 1541 Irland als ein eigenständiges Königreich proklamierte, wurde er zum König dessen von dem englischen Parlament in Irland gewählt. Hiermit begann eine große Kampagne gegen den Katholizismus, mit zahlreichen Gesetzen, Diskriminierungen und Verfolgungen.

Im 17. Jahrhundert begannen große Kriege und Aufstände, die nicht nur Iren sondern auch vielen angesiedelten Protestanten das Leben kostete. 1649 – 1653 eroberte Cromwell auf Geheiß des englischen Königs die Insel wieder zurück und dezimierte die Bevölkerung auf ein Drittel. Alles Land wurde protestantischen Siedlern überschrieben, die Macht der irischen Lords wurde unterdrückt.

Als in der Schlacht des Boyne um 1690 der protestantische William 'the Orange' gegen den katholischen John II, der von den irischen Lords unterstützt wurde, seinen Thron in England zurück zu erobern, geschlagen wurde, blieb der irischen Aristokratie nichts und sie fiel in die sogenannten 'penal laws', die ihnen sämtliche Rechte untersagten.

1740 – 41 kam die große Hungersnot durch schlechte Ernten, aber auch durch Mißwirtschaft einiger Landlords und tötete einen Großteil der Bevölkerung. Daraufhin wurde eine Regelung zum irischen Export eingeführt, dass die eigene Versorgung gesichert war und das Jahrhundert blieb friedvoll bis 1798, wo eine erneute Rebellion blutig zerschlagen wurde.

Man beschloß, eine Einigung zwischen beiden Teilen zu erzielen, die allerdings von George III unterdrückt wurde. Erst der irische Anwalt Daniel O' Connell schaffte es, 1829 eine Erleichterung für den katholischen Bevölkerungsteil zu erzielen, ließ sich als erster Katholik in das Parlament wählen und hielt die ersten Großdemonstrationen. Seine größe Versammlung war die auf den Hügeln von Tara mit geschätzten eine Million Menschen.

Die zweite grosse Hungersnot in den Jahren 1845 – 49 durch die Kartoffelfliege reduzierte die Bevölkerung von 8 auf 4 Millionen Menschen. Ein Großteil wanderte nach Amerika aus. Durch Einführung eines nationalen Schulsystems wurde die irische Sprache durch die englische immer mehr verdrängt.

Im September 1914 wurde die 'Home Rule' bestätigt, die den Weg für eine freie Regierung Irlands innerhalb des Vereinigten Königreiches von Grossbritannien und England frei gab. Zwischen 1916 und 1921 entstanden jedoch wieder Unruhen zwischen den Nationalisten und Unionisten und endete mit der – heutigen – Aufteilung der Insel. Arthur Griffith und Michael Collins unterschrieben im Dezember 1921 den Anglo-Irischen Friedensvertrag, der Frieden zwischen dem nördlichen, britischen Teil und dem Freistaat Irland bringen sollte.

1937 wurde in einer erneuten Konstitution Irland offiziell in "Eire" bzw. "Republik Irland" umgenannt. 1949 löst es sich komplett aus dem britischen Commonwealth. Die Unruhen in Nordirland, dem protestantischen und Grossbritannien angehörigen Teil, werden erst Anfang der 1990er Jahren durch einen Friedensvertrag beigelegt. Zu dem Zeitpunkt bekommt die Republik durch die Europäische Union, zu der sie seit 1973 gehört, einen enormen Zuschuss und durch ein gut ausgeklügeltes System macht es sich vom ärmsten Land Europas zum zweitreichsten innerhalb weniger Jahre. Irland wird als der 'keltische Tiger' bezeichnet.

Irland und Nordirland arbeiten heute eng zusammen und die IRA-Widerstandskämpfer haben offiziell seit 1998 ihre Waffen niedergelegt.

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